Dienstag, 31. August 2010

Kindergeburtstag oder: It's really true

Zitat des Tages: "When there is a football player in the classroom, you realize it. They are like royals" 
(Marina, mein International Assistant)
Und mir wird klar: Hollywood produziert zwar viel Unsinn, aber alle Filme, die jemals über amerikanisches College-Leben gemacht wurden, sind voll und ganz realistisch. Es gibt die Cheerleader-Beautyqueens und auch die Quarterbacks, die behandelt werden wie Götter. Es gibt diese roten Plastikbecher, aus denen alle schlechtes Bier trinken. Es gibt diese Kids, die sich Fake-ID Cards besorgen und im Liquor-Shop zittern, ob sie erwischt werden. Und es gibt diese Wohnheime, in denen man zwar keine Privatsphäre hat, aber dafür jeden Abend eine andere Party. So it's all true.

Was ich hingegen nicht erwartet hatte, war das Programm unseres Orientierungstages heute. Okay, wir haben alle Informationen bekommen, die wir brauchten. Aber ansonsten ähnelte das ganze dann doch mehr einem Kindergeburtstag. Man kann sich das ungefähr so vorstellen:

Grüner Rasen, strahlend blauer Himmel, eine Menge Tische mit karrierten Tischdecken. Dazwischen bunte Luftballons. Alle haben ein Namensschildchen und die International Assistants trage purple T-Shirts. Dass ich aus Deutschland komme, finden alle unlaublich "niiiice". Die Frage nach meiner Herkunft muss ich gefühlte 1000 Mal beantworten, aber es gibt ja auch keine bessere für den Anfang eines Smalltalks. Jedenfalls: Wiese, Luftballons. Ein Kreis von Leuten, die ihre Schuhe ausgezogen haben. Einer steht im Kreis und verrät etwas über sich. (z.B. "I have a brother") Jeder, auf den das auch zutrifft, rennt wie von der Tarantel gestochen los und stellt sich hinter ein anderes Paar Schuhe Wer keins findet, kommt in den Kreis. Später: Rhythmische Gesänge, Klatschen und Tanzen. Und dann: Eistee, Cookies und Burger.

Und auch wenn ich für Kindergeburtstage zu alt bin, lustig war es trotzdem. Gerade warte ich auf den zweiten Teil des heutigen Orientierungstages: Party auf dem Campus. Ich glaub, dann gibt es keine Luftballons mehr.

Samstag, 21. August 2010

First Steps

Sooo das Wohnungsproblem ist erst mal gelöst: Ich kann im Haus von Toms Onkel wohnen - und das auch noch ziemlich günstig. Auch super: Ich muss nur zwei Minuten bis zur Uni laufen UND ich habe einen begehbaren Kleiderschrank. Jetzt kann ich die Zeit bis zum Unistart genießen und muss mir keine stinkenden und dreckigen Zimmer mehr anschauen und überlegen, ob ich darin 4 Monate aushalten könnte. 

Ansonsten habe ich schon viel über die Amerikaner gelernt:

1. Sie sind entgegen allen Vorurteilen echt fitnessfanatisch und man sieht wirklich dauernd joggende, braungebrannte Menschen.
2.  Vor allen Bars stehen die Türsteher, die manchmal selbst die Kombination von Studentenausweis, Drivers Licence und German ID Card nicht gelten lassen. Super misstrauisch. Das kommt daher, dass hier viele, die noch nicht 21 sind, eine Fake ID Card haben obwohl das ziemlich hart bestraft wird, wenn man erwischt wird. 
3. Sie machen keine Smileys in SMS, außer sie wollen flirten. Ansonsten hab ich das Gefühl, dass hier lieber SMS geschickt werden, als anzurufen und die SMS sind dann aber wieder so kurz, als ob sie per Zeichen bezahlt würden. Dabei haben viele Leute eine Texting-Flatrate.
4. Jedes Gespräch läuft ungefähr so ab: "Hello how are you doing?" "I'm fine and you?" "I'm fine as well, thank you." Und dann einige Minuten später: "It was so nice meeting you" "It was nice meeting YOU. Have a nice day." "Thank you. Bye"... Uff. Und Tom sagt, dass sie selbst zu jemanden den sie überhaupt nicht mögen, sagen, dass es ja so nice war, ihn/sie kennen zu lernen. So viel dazu. 
5. Sie lieben Pancakes. 

Ansonsten hab ich gestern ein bisschen die Stadt erkundet und meinen Fotoapparat natürlich blöderweise nicht mitgenommen. Aber das wird nachgeholt. Ich dachte auch, dass die Klamotten wirklich preiswert sind, aber pustekuchen. In der Innenstadt sind die Sachen eigentlich fast teurer als bei uns. Da muss man dann schon in ein Outletcenter gehen, wenn man es shoppingmäßig krachen lassen will :)



Mittwoch, 18. August 2010

Arriving at BC

Hallo ihr Lieben,

gerade habe ich mal ein bisschen Zeit zu Bloggen weil mein Kumpel Tom sich für ein Nickerchen hingelegt hat. Ich bin gestern angekommen und die Reise war eigentlich ganz angenehm, bis auf ewiges Passzeigen und Formulare ausfüllen. Ich bin dann Ortzeit 20.30 angekommen, was aber bei uns ungefähr 3 Uhr nachts ist und dementsprechend müde war ich auch. Wir sind dann aber noch ein bisschen rumgefahren und haben eine Tour über den nächtlichen Campus gemacht. Dort gibt es sogar eine eigene Campus-Polizei, deshalb muss man sich benehmen. Dann gab es Downtown noch ein riesiges Oreo-Milchshake, was wahrscheinlich den Kalorienbedarf von einem halben Tag gedeckt hat.
Wir wohnen jetzt bei Toms Onkel. Der ist Immobilienmakler und hat direkt neben der Uni ein riesiges Haus. Dort nimmt er auch übers Semester oft Austauschstudenten auf, aber leider hat er gerade Ärger mit dem College, deswegen ist nicht ganz klar, ob ich hier bleiben kann. Deshalb hab ich mir heute vorsorglich noch eine WG angeschaut, in die ich aber nur zur allergrößten Not ziehen würde. Die Küche sah aus als wäre ein Kochtopf explodiert und im Wohnzimmer stand ein riesiger Plasmabildschirm inmitten von größten Chaos. Zumindest für Bostoner Verhältnisse war das Zimmer mit 600 Dollar im Monat aber recht billig.
Heute abend gehen wir jedenfalls erst mal ein bisschen feiern und ich bin mal gespannt, was wir da so erleben :)