Sonntag, 7. November 2010

Exam time

In dieser Woche hatte ich meine ersten Prüfungen hier in Amerika - 3 um genau zu sein. Das hat mich dann mal wieder ein bisschen was über die amerikanische Mentalität gelehrt. Was Uni und Leistungen betrifft, denkt hier offensichtlich jeder nur an sich selber. Drei kleine Szenen um das zu verdeutlichen:

Ich treffe in der Bibliothek ein Mädchen aus einem meiner Kurse. Die Prüfung ist am nächsten Tag und sie hat ein Buch nicht, das wir aber unbedingt lesen müssen. Ich biete hier an, dass sie meins haben kann, weil ich mir schon alles wichtige rausgeschrieben habe. Sie schaut mich mit großen Augen an. "Really? Are you sure? You don't have to you know? That's soo nice of you!!!" Für sie war es einfach unvorstellbar, dass ich ihr in der Nacht vor der Prüfung mein Buch überlasse und vor allem, dass ich ihr helfen will.

Nächster Tag, Lernsession mit einem anderen Mädchen. Ich biete ihr an, dass ich ihr meine Notizen schicken kann. Ihre Reaktion: "Really? Are you sure? Do you share?" Ebenfalls völlig unvorstellbar, dass jemand seine Notizen teilen würde. Hier ist es offenbar eher gängige Praxis, dass Leute die Bücher in der Bibliothek verstecken, die andere Kommilitonen noch brauchen könnten zum Lernen.

Mittwoch, Prüfung in American Economy Crisis and Social Change. Der Professor verlässt für ungefähr 5 Minuten den Raum. Ich schiele sehnsüchtig zu meinem Hefter, in den ich jetzt gerne einen Blick werfen würde. Leider schreiben meine Kommilitonen wie besessen weiter und keiner sagt auch nur ein Wort - unvorstellbar, dass ich jetzt spicke. Die würden mich vermutlich sofort verpetzen. 

1 Kommentar:

  1. Oh mann!!! Das nervt ja. Da hätte ich in Eichstätt ja immer mitschreiben müssen, wenn mir keine lieben Menschen regelmäßig ihr Skript zur Verfügung gestellt hätten...

    AntwortenLöschen