Sonntag, 26. September 2010

Back to school

Asche auf mein Haupt - ich hab tatsächlich seit über drei Wochen nichts gepostet. Höchste Zeit euch mal wieder wissen zu lassen, wie es mir geht.

Erst mal hat nämlich seit drei Wochen der Ernst des Lebens angefangen - das heißt die Uni. Und da ist man wirklich richtig eingespannt. Im Grunde hat man für jedes Fach immer Hausaufgaben auf und/oder Seiten zu lesen. Das sind dann immer so 60 - 80. Da ich überraschenderweise alles verstehen kann, geht das aber ganz gut. Ansonsten fühle ich mich aber wirklich als wäre ich zurück in der Schule. Das liegt zu großen Teilen daran, dass ich einen lächerlich großen Rucksack mit mir rumschleppe, damit ich all meine Bücher (die mich insgesamt 600 Dollar gekostet haben), mein Essen und meinen Laptop mit mir rumtragen kann. Dem Rucksack wird jedenfalls nachgesagt, er sei größer als ich. Zum anderen begründet sich mein Schul-Feeling darin, dass alles von vorne bis hinten geregelt ist - was man lesen und lernen muss, wie gesagt, welche Hausaufgaben und bis wann (und meistens ist es bis übermorgen weil viele Fächer mehrmals die Woche stattfinden) Über meinen Stundenplan beschweren, kann ich mich allerdings nicht, weil ich drei Mal die Woche erst um 2 Uhr nachmittags in der Uni sein muss. Das führt leider zu exsessivem Ausschlafen und egal wie sehr man sich vornimmt, dass man am nächsten Morgen fleißig um 8 aufsteht und Sachen erledigt - am Ende ist es doch immer: "Och noch 10 Minuuuuuuten." Bis ich dann um 11 wirklich aufstehe. Von meinen Kursen bin ich aber wirklich begeistert, so dass ich mich eigentlich, wenn ich dann mal aufgestanden bin, immer auf die Uni freue. Meine Profs von den Journalistikkursen kommen beide aus der Praxis und arbeiten seit 30 Jahren für den Boston Globe und andere Zeitungen. Und wenn dann auch in beiden Kursen weniger als 10 Leute drinsitzen, wird es richtig interaktiv. Da schläft man auch bei 2,5 Stunden am Stück nicht ein. Außerdem hab ich schon außerordentliche Erfolge zu verzeichnen: Dafür, dass ich jetzt die amerikanischen Kommaregeln beherrsche, habe ich letztens mein erstes A abgesahnt. Wenn das so weiter geht, wollen die mich sicher hier behalten. 

So geregelt wie wie es an der Uni zugeht, so verrückt finde ich indes einige andere Angelegenheiten hier. Drei Austauschstundenten haben jetzt zum Beispiel richtig Ärger, weil sie auf einer Party Alkohol an unter 21-Jährige ausgeschenkt haben. Jetzt sind sie auf Bewährung, müssen sich zwei Mal im Monat mit ihrem Bewährungshelfer treffen und gemeinnützige Arbeit leisten. Auf der anderen Seite war ich vor einer Woche in Bostons größtem Park und bin erst mal nichts ahnend in ein Marihuana-Festival reingelaufen, wo die Leute munter auf der Straß gekifft haben, so dass man allein vom rumlaufen hätte high werden können. Das Massachusetts Law ist nämlich was Gras betrifft sehr freizügig, man kann ohne große Probleme mit einer Unze erwischt werden. Das sind 28 Gramm. Auch nett: Eine den meisten gut bekannte rothaarige Freundin von mir wurde jetzt unter Terrorverdacht gestellt, weil auf ihrem Bankaccount Geld mit dem Verwendungszweck "Man man man" angekommen ist. Das Geld wurde dann erst mal eingefroren, weil das ja schon sehr verdächtig ist. Muss man einsehen.

1 Kommentar:

  1. ... mit "hätte high werden können" (Zeile 38) meinst du wohl "high geworden ist" - oder? :-P

    Das mit dem Alkohol ist aber in der Tat krass! Sollte man halt nicht machen. So wie hier auf öffentlichen Plätzen oder auf offener Straße Alkohol trinken... sollte man auch nicht machen (Hab ich auch nicht!)*g*

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