Sonntag, 7. November 2010

Kleiner Rückblick: Halloween


Es ist zwar jetzt schon wieder eine Woche her, aber ich wollte dann doch noch kurz vom vergangenen Halloween Wochenende berichten. 

Los ging das ganze Freitagabend mit Pregaming bei einer amerikanischen Bekannten von mir, wo wir uns dann alle noch noch ein bisschen zurecht gemacht haben. Mein absolutes Lieblingszitat war dann, als sie mich fragte: "Do my boobs sparkle okay?" Als ich das dann enthusiastisch bejahr habe, hat sie mir dann auch noch ein bisschen "Boob sparkelizer" angeboten. 

Auf dem Campus unterwegs konnten wir dann die Vielfalt an Kostümen bewundern. Beliebt waren zum Beispiel die Spice Girls, Teufelchen und Elfen. Einige Mädels haben sich auch als "Four Loko" verkleidet. Das ist so zur Zeit DAS Getränk hier, weil es nämlich verboten werden soll. Wird in Dosen verkauft, ist wahnsinnig billig und besteht aus einigen Shots hartem Alkohol und viiiiel Koffein und Energy-Zeugs. Also im Prinzip das Rezept für einen Herzinfarkt. Eigentlich kannten das eine Zeit lang gar nicht so viele Leute, bis die Boston College Administration eine Email geschickt hat, in der stand dass Four Loko super gefährlich ist, lebensgefährlich sogar. Das war dann ungefähr so die beste Werbung, die sie für das Getränk hätten machen können und der Run auf die Liquor Stores ging los. Seitdem will jeder mal probieren, aber Massachusetts hat schnell reagiert und will das Zeug jetzt aus den Regalen verbannen. 

Auf den Halloween-Partys jedenfalls konnte man dann auch noch mal einen wichtigen Teil von der amerikanischen College Kultur beobachten. Der Tanzstil den man hierzulande bevorzugt heißt "Grinding". Dafür gibt es eigentlich keine richtigen Regeln, außer dass sich Mann und Frau heftig aneinander reiben.  Für jeden Europäer ziemlich unvorstellbar und man ist dann immer wieder geschockt, wenn zwei Menschen mitten auf der Tanzfläche das veranstalten, was eigentlich eher ins Schlafzimmer gehört. Deswegen hat eine Freundin von mir, dann auch letztens ein Pärchen gebeten, sich doch irgendwohin zu verziehen, weil es einfach unschön ist. 

Exam time

In dieser Woche hatte ich meine ersten Prüfungen hier in Amerika - 3 um genau zu sein. Das hat mich dann mal wieder ein bisschen was über die amerikanische Mentalität gelehrt. Was Uni und Leistungen betrifft, denkt hier offensichtlich jeder nur an sich selber. Drei kleine Szenen um das zu verdeutlichen:

Ich treffe in der Bibliothek ein Mädchen aus einem meiner Kurse. Die Prüfung ist am nächsten Tag und sie hat ein Buch nicht, das wir aber unbedingt lesen müssen. Ich biete hier an, dass sie meins haben kann, weil ich mir schon alles wichtige rausgeschrieben habe. Sie schaut mich mit großen Augen an. "Really? Are you sure? You don't have to you know? That's soo nice of you!!!" Für sie war es einfach unvorstellbar, dass ich ihr in der Nacht vor der Prüfung mein Buch überlasse und vor allem, dass ich ihr helfen will.

Nächster Tag, Lernsession mit einem anderen Mädchen. Ich biete ihr an, dass ich ihr meine Notizen schicken kann. Ihre Reaktion: "Really? Are you sure? Do you share?" Ebenfalls völlig unvorstellbar, dass jemand seine Notizen teilen würde. Hier ist es offenbar eher gängige Praxis, dass Leute die Bücher in der Bibliothek verstecken, die andere Kommilitonen noch brauchen könnten zum Lernen.

Mittwoch, Prüfung in American Economy Crisis and Social Change. Der Professor verlässt für ungefähr 5 Minuten den Raum. Ich schiele sehnsüchtig zu meinem Hefter, in den ich jetzt gerne einen Blick werfen würde. Leider schreiben meine Kommilitonen wie besessen weiter und keiner sagt auch nur ein Wort - unvorstellbar, dass ich jetzt spicke. Die würden mich vermutlich sofort verpetzen. 

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Von Dirndln und Toiletten

Da ich ja des oefteren darauf aufmerksam gemacht werde, was fuer eine faule Bloggerin ich doch bin, will ich mal wieder was von mir hoeren lassen.

Es wird naemlich bald ziemlich aufregend hier. Um genau zu sein morgen. Dann beginnen naemlich die Halloween Partys, die sich bis Sonntag hinziehen. Halloween ist "a big deal" in den USA und deswegen haben manche Leute hier ihre Haeuser schon seit Wochen mit kleinen Geistern, Skeletten, Spinnen und Kuerbissen dekoriert. Ausserdem wurde uns Austauschstudenten Angst gemacht, dass wenn wir unser Kostuem nicht direkt Anfang des Monats kaufen, dann kriegen wir kein vernuenftiges mehr. Ich war trotzdem erst letzte Woche im Kostuemshop und musste feststellen, dass sich auch hier mal wieder alle Klischees bewahrheitet haben. Halloween ist DIE Gelegenheit fuer Maedels sich mal so richtig billig anzuziehen. Ich dachte ja, ich versuche es traditionell und ziehe ein Dirndl an. Leider ist die amerikanische Version des Dirndls so kurz, dass man es unmoeglich tragen kann. Die Amerikaner denken sicher, dass Bayern das gelobte Land ist, wenn die Maedels da so rumlaufen. Als naechstes war dann Rotkaeppchen dran. Das war aber auch nicht viel besser, so dass ich dann letztenendes als Dorothy aus der Wizard of Oz gehen werde. Die hat naemlich rote Schuhe an, die sie nur drei Mal gegeneinander klacken und dabei "there is no place like home" sagen muss, und dann ist sie direkt zu Hause. Das mache ich dann auch, wenn ich muede werde. 

Ausserdem habe ich schon wieder Interessantes ueber die Amerikaner rausgefunden: Sie schliessen die Tuer auf der Toilette nicht ab, auch wenn es zum Beispiel in der Uni ist. Hier muss man klopfen, um rauszufinden, ob jemand hinter der Toilettentuer auf dem Pott sitzt. Das finde ich ja doch ziemlich befremdlich. Einer Freundin von mir aus den Niederlanden ist es deswegen schon einige Male passiert, dass sie Leute auf dem Oertchen ueberrascht hat, weil die einfach nicht zugesperrt hatten und sie deshalb nicht dachte, dass jemand drin sitzt. Gut zu wissen, aber doch ziemlich eigenartig.


Dienstag, 28. September 2010

Unter Freunden

Ich wollte an dieser Stelle noch mal eben loswerden, dass ich mich hier in bester Gesellschaft befinde. Es wimmelt nämlich nur so von Deutschen. Jaaa vielleicht nicht so richtig, aber folgendes Gespräch habe ich so oder so ähnlich schon ein dutzend Mal geführt:

Ami: Hey, where are you from?
Ich: From Germany.
Ami: Cool I am from Germany too!!!
Ich: Really? So you speak German?
Ami: Noooo, I don't.
Ich: But you say you are German...?
Ami: Yeah the oncle of my grandfather was from Germany so I am 1,4563 per cent German!

Gleichzeitig sind die meisten Amerikaner auch noch irisch, französisch oder spanisch, so dass sie eigentlich mit jedem Austauschstudenten gemeinsame Wurzeln feststellen können.

Sonntag, 26. September 2010

Back to school

Asche auf mein Haupt - ich hab tatsächlich seit über drei Wochen nichts gepostet. Höchste Zeit euch mal wieder wissen zu lassen, wie es mir geht.

Erst mal hat nämlich seit drei Wochen der Ernst des Lebens angefangen - das heißt die Uni. Und da ist man wirklich richtig eingespannt. Im Grunde hat man für jedes Fach immer Hausaufgaben auf und/oder Seiten zu lesen. Das sind dann immer so 60 - 80. Da ich überraschenderweise alles verstehen kann, geht das aber ganz gut. Ansonsten fühle ich mich aber wirklich als wäre ich zurück in der Schule. Das liegt zu großen Teilen daran, dass ich einen lächerlich großen Rucksack mit mir rumschleppe, damit ich all meine Bücher (die mich insgesamt 600 Dollar gekostet haben), mein Essen und meinen Laptop mit mir rumtragen kann. Dem Rucksack wird jedenfalls nachgesagt, er sei größer als ich. Zum anderen begründet sich mein Schul-Feeling darin, dass alles von vorne bis hinten geregelt ist - was man lesen und lernen muss, wie gesagt, welche Hausaufgaben und bis wann (und meistens ist es bis übermorgen weil viele Fächer mehrmals die Woche stattfinden) Über meinen Stundenplan beschweren, kann ich mich allerdings nicht, weil ich drei Mal die Woche erst um 2 Uhr nachmittags in der Uni sein muss. Das führt leider zu exsessivem Ausschlafen und egal wie sehr man sich vornimmt, dass man am nächsten Morgen fleißig um 8 aufsteht und Sachen erledigt - am Ende ist es doch immer: "Och noch 10 Minuuuuuuten." Bis ich dann um 11 wirklich aufstehe. Von meinen Kursen bin ich aber wirklich begeistert, so dass ich mich eigentlich, wenn ich dann mal aufgestanden bin, immer auf die Uni freue. Meine Profs von den Journalistikkursen kommen beide aus der Praxis und arbeiten seit 30 Jahren für den Boston Globe und andere Zeitungen. Und wenn dann auch in beiden Kursen weniger als 10 Leute drinsitzen, wird es richtig interaktiv. Da schläft man auch bei 2,5 Stunden am Stück nicht ein. Außerdem hab ich schon außerordentliche Erfolge zu verzeichnen: Dafür, dass ich jetzt die amerikanischen Kommaregeln beherrsche, habe ich letztens mein erstes A abgesahnt. Wenn das so weiter geht, wollen die mich sicher hier behalten. 

So geregelt wie wie es an der Uni zugeht, so verrückt finde ich indes einige andere Angelegenheiten hier. Drei Austauschstundenten haben jetzt zum Beispiel richtig Ärger, weil sie auf einer Party Alkohol an unter 21-Jährige ausgeschenkt haben. Jetzt sind sie auf Bewährung, müssen sich zwei Mal im Monat mit ihrem Bewährungshelfer treffen und gemeinnützige Arbeit leisten. Auf der anderen Seite war ich vor einer Woche in Bostons größtem Park und bin erst mal nichts ahnend in ein Marihuana-Festival reingelaufen, wo die Leute munter auf der Straß gekifft haben, so dass man allein vom rumlaufen hätte high werden können. Das Massachusetts Law ist nämlich was Gras betrifft sehr freizügig, man kann ohne große Probleme mit einer Unze erwischt werden. Das sind 28 Gramm. Auch nett: Eine den meisten gut bekannte rothaarige Freundin von mir wurde jetzt unter Terrorverdacht gestellt, weil auf ihrem Bankaccount Geld mit dem Verwendungszweck "Man man man" angekommen ist. Das Geld wurde dann erst mal eingefroren, weil das ja schon sehr verdächtig ist. Muss man einsehen.

Montag, 6. September 2010

Gameday

Samstag - der große Tag. Gameday. Ich mache einen Schritt auf die Straße und sehe erst mal nur Menschen in den gelben "Superfan"-T-Shirts. Ich selbst bin auch sehr schick in meinem - Größe XL, alles andere war ausverkauft.

 10 Uhr: Ich bin zum Tailgating verabredet. Tailgating heißt heutzutage Barbecue vor dem Spiel  inklusive Alkoholkonsum. Ursprünglich bedeutet es aber, dass die Leute auf dem Parkplatz vor dem Stadion ihren Kofferraum aufmachen, direkt an Ort und Stelle grillen und sich auf das Spiel freuen. Das sieht man auch: Die Alumni sind gekommen, sie bezahlen horrende Preise für einen Parkplatz. Und sie ziehen ihren Kindern minikleine Cheerleader-Uniformen oder Footballplayer-Hemden an.

 
Mit denen habe ich aber nichts zu tun, ich bin in die "Mods" eingeladen. Die "Mods" sind ein roter Bungalowpark und von einem hohen Zaun umgeben. Nur wer 21 ist darf hier wohnen und wer ein Mod hat, ist ziemlich cool. Denn hier finden die richtig wilden Partys statt. Ungefähr so wie die, von der ich im letzten Eintrag berichtet habe. Am Gameday muss man jedenfalls seinen Ausweis am Eingang der Mods zeigen, wer zu jung ist darf nicht rein. Deswegen sieht man auch immer mal ein paar Freshmen, die ihre Nase zwischen den Stahlpfeilern des Zauns hindurchstecken und davon träumen, auch bald da zu wohnen.

Ich  darf rein und befinde mich auf einer Art amerikanischen Ballermann. Überall zwischen den Bungalows läuft laute Musik, die Leute tanzen auf den Tischen und spielen Trinkspiele. Manche haben auch so einen Bauarbeiterhelm auf, an dem zwei Bierdosen befestigt sind. Mit Schläuchen zum Mund wird die konstante Alkoholversorgung gewährleistet.


13.30 Uhr: Das Spiel beginnt. Ich bin Teil einer riesigen Wand aus gelben T-Shirts. Die Marching Band spielt dramatische Musik. Marina (mein International Assistant) sagt, Football ist ein bisschen wie Krieg. Sieht auch sehr brutal aus, was die auf dem Spielfeld machen. Ständig fallen alle übereinander und es bilden sich Menschenhaufen. Ich weiß die Regeln nicht und kriege zunächst nicht einmal mit, wenn Boston College einen Punkt macht. Als ich dann aber irgendwann 27 Mal in die Luft geworfen werde, kenne ich zumindest den Punktestand unserer Mannschaft. Überhaupt war das Spiel selbst eigentlich ziemlich langweilig. Die gegnerische Mannschaft war hoffnungslos unterlegen. Und vier Stunden Spiel sind einfach ewig, vor allem wenn man stehen muss. Aufgelockert wird das Ganze dann von den Fangesängen, dem lustigen Plüschadlermaskottchen und den Cheerleadern. Ihre blitzweißen Zähne kann man bis ziemlich weit hinten sehen. Und je größer ihre Haarschleife ist, desto höher sind sie anscheinend in der Cheerleader-Hierarchie aufgestiegen.

Für das nächste Spiel werde ich jedenfalls die Regeln lernen, mir bequemere Schuhe anziehen und vor allem den Marsch der Footballer über den Campus nicht verpassen. Das soll nämlich ziemlich toll sein: Die Footballer schütteln Hände, geben Autogramme und küssen Babys auf die Stirn.

Freitag, 3. September 2010

"Wir feiern die ganze Nacht"? - Von wegen.

Wer sich hier überlegt, am Abend feiern zu gehen, sollte früh anfangen. Denn wie wir es in Deutschland gewohnt sind: 21 Uhr vorglühen, 23 Uhr auf die Party gehen, bis 3 oder 4 Uhr bleiben... so geht das hier nicht. Auf dem Campus gibt es nämlich so nette studentische Aufpasser, die sich RA's (Resident Advisors) nennen. Die bekommen ihr Wohnheimzimmer gratis und verpflichten sich im Gegenzug, auf ihrem Stockwerk oder im Bungalowpark für Recht und Ordnung zu sorgen. Dazu gehört: Leuten unter 21 den Alkohol wegzunehmen (und sie aufzuschreiben) und Partys genau dann zu beenden, wenn es am lustigsten ist. Das war zum Beispiel gestern so gegen 24 Uhr. Begründung: Zu laut, zu viele Leute. Partys (und das sind hier per Definition Veranstaltungen mit mehr als 25 Leuten) muss man nämlich eigentlich anmelden. Tja das hatten die Leute gestern jedenfalls nicht gemacht und so wars dann vorbei mit dem Spaß. Die Meute hat sich dann zerstreut und wir sind drei Bungalows weiter umgezogen und haben bei leiserer Musik und mit weniger Leuten noch ein bisschen gechillt. Bei der Gelegenheit hab ich dann auch eines der beliebtesten amerikanischen Trinkspiele kennen gelernt: Beer Pong. Zwei Mannschaften stehen sich gegenüber und versuchen einen Pingpongball in eine Ansammlung von mit Bier gefüllten Bechern auf der anderen Tischseite zu schmeißen. Wenn jemand trift, muss die andere Mannschaft den Becher austrinken. Da kann man sich denken, dass mitzunehmender Dauer des Spiels, die Wurfqualität immer schlechter wird. Ich hab mich lieber aufs zuschauen beschränkt. :)

Mittlerweile habe ich auch mein Football Season Ticket gekauft und ein Superfanshirt erworben (es ist schrecklich gelb und steht mir einfach mal gar nicht - Bilder folgen aber). Am Samstag ist es dann jedenfalls soweit: Das erste Spiel der Saison wird hier auf dem Campus im  Stadion ausgetragen. Was mir ein bisschen Angst macht: Wenn die Boston College Eagles einen Punkt kriegen, wird der/die kleinste in der Gruppe hochgeworfen. So oft, wie der Punkestand dann anzeigt. Und beim American Football fallen bekanntlich wesentlich mehr Tore als beim Fußball :-D Ich werde berichten, wenn ich das Hochwerfen und den fiesen Hurricaine heute Abend überlebe.

Dienstag, 31. August 2010

Kindergeburtstag oder: It's really true

Zitat des Tages: "When there is a football player in the classroom, you realize it. They are like royals" 
(Marina, mein International Assistant)
Und mir wird klar: Hollywood produziert zwar viel Unsinn, aber alle Filme, die jemals über amerikanisches College-Leben gemacht wurden, sind voll und ganz realistisch. Es gibt die Cheerleader-Beautyqueens und auch die Quarterbacks, die behandelt werden wie Götter. Es gibt diese roten Plastikbecher, aus denen alle schlechtes Bier trinken. Es gibt diese Kids, die sich Fake-ID Cards besorgen und im Liquor-Shop zittern, ob sie erwischt werden. Und es gibt diese Wohnheime, in denen man zwar keine Privatsphäre hat, aber dafür jeden Abend eine andere Party. So it's all true.

Was ich hingegen nicht erwartet hatte, war das Programm unseres Orientierungstages heute. Okay, wir haben alle Informationen bekommen, die wir brauchten. Aber ansonsten ähnelte das ganze dann doch mehr einem Kindergeburtstag. Man kann sich das ungefähr so vorstellen:

Grüner Rasen, strahlend blauer Himmel, eine Menge Tische mit karrierten Tischdecken. Dazwischen bunte Luftballons. Alle haben ein Namensschildchen und die International Assistants trage purple T-Shirts. Dass ich aus Deutschland komme, finden alle unlaublich "niiiice". Die Frage nach meiner Herkunft muss ich gefühlte 1000 Mal beantworten, aber es gibt ja auch keine bessere für den Anfang eines Smalltalks. Jedenfalls: Wiese, Luftballons. Ein Kreis von Leuten, die ihre Schuhe ausgezogen haben. Einer steht im Kreis und verrät etwas über sich. (z.B. "I have a brother") Jeder, auf den das auch zutrifft, rennt wie von der Tarantel gestochen los und stellt sich hinter ein anderes Paar Schuhe Wer keins findet, kommt in den Kreis. Später: Rhythmische Gesänge, Klatschen und Tanzen. Und dann: Eistee, Cookies und Burger.

Und auch wenn ich für Kindergeburtstage zu alt bin, lustig war es trotzdem. Gerade warte ich auf den zweiten Teil des heutigen Orientierungstages: Party auf dem Campus. Ich glaub, dann gibt es keine Luftballons mehr.

Samstag, 21. August 2010

First Steps

Sooo das Wohnungsproblem ist erst mal gelöst: Ich kann im Haus von Toms Onkel wohnen - und das auch noch ziemlich günstig. Auch super: Ich muss nur zwei Minuten bis zur Uni laufen UND ich habe einen begehbaren Kleiderschrank. Jetzt kann ich die Zeit bis zum Unistart genießen und muss mir keine stinkenden und dreckigen Zimmer mehr anschauen und überlegen, ob ich darin 4 Monate aushalten könnte. 

Ansonsten habe ich schon viel über die Amerikaner gelernt:

1. Sie sind entgegen allen Vorurteilen echt fitnessfanatisch und man sieht wirklich dauernd joggende, braungebrannte Menschen.
2.  Vor allen Bars stehen die Türsteher, die manchmal selbst die Kombination von Studentenausweis, Drivers Licence und German ID Card nicht gelten lassen. Super misstrauisch. Das kommt daher, dass hier viele, die noch nicht 21 sind, eine Fake ID Card haben obwohl das ziemlich hart bestraft wird, wenn man erwischt wird. 
3. Sie machen keine Smileys in SMS, außer sie wollen flirten. Ansonsten hab ich das Gefühl, dass hier lieber SMS geschickt werden, als anzurufen und die SMS sind dann aber wieder so kurz, als ob sie per Zeichen bezahlt würden. Dabei haben viele Leute eine Texting-Flatrate.
4. Jedes Gespräch läuft ungefähr so ab: "Hello how are you doing?" "I'm fine and you?" "I'm fine as well, thank you." Und dann einige Minuten später: "It was so nice meeting you" "It was nice meeting YOU. Have a nice day." "Thank you. Bye"... Uff. Und Tom sagt, dass sie selbst zu jemanden den sie überhaupt nicht mögen, sagen, dass es ja so nice war, ihn/sie kennen zu lernen. So viel dazu. 
5. Sie lieben Pancakes. 

Ansonsten hab ich gestern ein bisschen die Stadt erkundet und meinen Fotoapparat natürlich blöderweise nicht mitgenommen. Aber das wird nachgeholt. Ich dachte auch, dass die Klamotten wirklich preiswert sind, aber pustekuchen. In der Innenstadt sind die Sachen eigentlich fast teurer als bei uns. Da muss man dann schon in ein Outletcenter gehen, wenn man es shoppingmäßig krachen lassen will :)



Mittwoch, 18. August 2010

Arriving at BC

Hallo ihr Lieben,

gerade habe ich mal ein bisschen Zeit zu Bloggen weil mein Kumpel Tom sich für ein Nickerchen hingelegt hat. Ich bin gestern angekommen und die Reise war eigentlich ganz angenehm, bis auf ewiges Passzeigen und Formulare ausfüllen. Ich bin dann Ortzeit 20.30 angekommen, was aber bei uns ungefähr 3 Uhr nachts ist und dementsprechend müde war ich auch. Wir sind dann aber noch ein bisschen rumgefahren und haben eine Tour über den nächtlichen Campus gemacht. Dort gibt es sogar eine eigene Campus-Polizei, deshalb muss man sich benehmen. Dann gab es Downtown noch ein riesiges Oreo-Milchshake, was wahrscheinlich den Kalorienbedarf von einem halben Tag gedeckt hat.
Wir wohnen jetzt bei Toms Onkel. Der ist Immobilienmakler und hat direkt neben der Uni ein riesiges Haus. Dort nimmt er auch übers Semester oft Austauschstudenten auf, aber leider hat er gerade Ärger mit dem College, deswegen ist nicht ganz klar, ob ich hier bleiben kann. Deshalb hab ich mir heute vorsorglich noch eine WG angeschaut, in die ich aber nur zur allergrößten Not ziehen würde. Die Küche sah aus als wäre ein Kochtopf explodiert und im Wohnzimmer stand ein riesiger Plasmabildschirm inmitten von größten Chaos. Zumindest für Bostoner Verhältnisse war das Zimmer mit 600 Dollar im Monat aber recht billig.
Heute abend gehen wir jedenfalls erst mal ein bisschen feiern und ich bin mal gespannt, was wir da so erleben :)